Eine schwere Niederlage hat das Tochterunternehmen der Schweizer Versicherung Swiss-Life, der AWD, vor dem Landgericht Hannover erlitten. In Zukunft darf das Unternehmen nicht mehr mit dem Begriff “Unabhängkeit” werben. Dies war bislang die zentrale Werbebotschaft von AWD. Ein herber Schlag.
Ausgerechnet der Mitbewerber DVAG in Person von Gründer Reinfried Pohl, der selbst rund 37000 Mitarbeiter beschäftigt, hat diesen Prozess angestoßen. Pohl hält, wie viele andere der Branche auch, den Werbeauftritt der AWD für irreführend und missverständlich.
Konkret ging es in diesem Verfahren um die Begriffe “unabhängiger Finanzoptimierer”, “Europas Nummer 1 zur unabhängigen Finanzoptimierung” sowie “unabhängige ganzheitliche Finanzberatung” – die zentralen Werbebotschaften des AWD. Im Gegenzug klagte AWD gegen den Begriff “Weltweite Nummer 1 der eigenständigen Finanzvertriebe” den sich DVAG auf die Fahne geschrieben hatte. Diese Begriffe sind nun so nicht mehr erlaubt. AWD wirbt seit über 20 Jahren mit diesen Bgriffen.
Zudem sei der Einfluss der Swiss Life Versicherung zu gravierend, sodass von “unabhängig” nicht die Rede sein könne. Auch die einheitlichen Computerprogramme der rund 6000 Berater seien ein Indiz. AWD hat Berufung angekündigt. So wird sich nun das Oberlandesgericht Celle mit diesem Thema beschäftigen.
Die DVAG hat hingegen weniger Probleme die eigene Werbung umzugestalten – hat doch der Richter hier festgestellt, dass das Frankfurter Unternehmen lediglich in Europa tätig sei und nicht weltweit. Letztlich konnte DVAG auch keine schlüssigen Beweise hierzu beibringen.
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